Die Gipfelstürmer

Derbysieger Derbysieger hey hey, schallte es nach dem Spiel aus der Kabine der SG ABUS Dessau. Wenige Minuten zuvor bezwang das Team um Trainer Marcel Kerner in einem denkwürdigen Duell den Stadtrivalen, die SG Kühnau mit 27:24. Wer es nicht wie die über 100 Zuschauer in die Roßlauer Elbe- Rossel- Halle am Sonntag Nachmittag geschafft hat, der hatte definitiv etwas verpasst.

In diesem Derby gab es alles was die Handball Herzen höher schlagen lässt, bis auf die kaputte Anzeigetafel natürlich, das war so nicht eingeplant. Statt dem Spielstand konnten die Zuschauer alles sehen, was ein aufeinandertreffen zwischen beiden Mannschaften so besonders macht. Zeitstrafen, Rote Karten, Verletzungen, ständige Führungswechsel, natürlich schöne Tore und vor allem Emotionen pur auf dem Parkett.

Für die schönen Tore war vor allem ABUS Allrounder Samuel Trefzger verantwortlich der seit Wochen einen Lauf hat, ob krachend in den Winkel oder Pfosten Pfosten Tor, er hatte alles zu bieten und nimmt man noch die starke Abwehr Leistung hinzu, ist der Man oft the Match schnell gefunden.

Es brauchte aber jeden einzelnen Akteur der SG ABUS in Bestform um der SG Kühnau Paroli bieten zu können. Die Gäste zeigten schon mit ihrer Aufstellung das der Sieg an den Tabellenachten gehen soll. Mit Robert Rathmann  wurde noch ein Wurfgewaltiger Rückraumschütze reaktiviert und natürlich der erfahrene Frank Reckzeh am Kreis. Eine anstrengende Aufgabe erwartete die ABUS Deckung, die damit erstaunlich gut umgehen konnte. Nach 10 Minuten stand ein mageres Törchen bei den Gästen zu Buche. ABUS führte mit 5:1 und Kühnau brauchte eine Auszeit. Bis dahin hatte ABUS Torhüter Thomas Fräßdorf die gegnerischen Schützen zur Verzweiflung gebracht, und mit starken Hüftwürfen fanden Dennis Franz und Ronny Matthey den Weg ins Ziel.

Die Auszeit der Gäste tat der ABUS Sieben überhaupt nicht gut, ein Spannungsabfall war bei den Spielern auszumachen, denn plötzlich verlor man die 1 gegen 1 Duelle in der Deckung und im Angriff ging dem Team die Leichtigkeit verloren. Nur Thomas Fräßdorf hielt ABUS bis zu seiner Verletzung am Leben. Nach dem 7:3 durch Dennis Franz folgte in den nächsten 10 Minuten ein völliger Einbruch der ABUS Mannschaft. Ein 7:0 Lauf der Gäste brachte ABUS mit 7:10 ins Hintertreffen und man musste schlimmes erwarten für den Rest des Spiels. Den Schlusspunkt für die verkorksten 10 Minuten brachte Enrico Saack zu stande, der nach einem harten Foul die Rote Karte sah. Mit einem 10:12 rettete sich ABUS in die Pause.

Es hätte schlimmer kommen können aber mit dem Rückstand von 2 Toren war in Halbzeit 2 noch alles möglich. So kam ABUS auch aus der Kabine, mit einer Menge Lust auf einen spektakulären Fight in Hälfte 2.

Es schien als hätten die ABUS Spieler es mächtig eilig mit der Aufholjagd. Nach 3 gespielten Minuten war das Spiel erneut gedreht. Mit 14:13 eroberte die Heimsieben die Führung von den Gästen zurück, und ABUS leutete  damit die spannenden letzten 30 Minuten ein. Es wurde ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Mannschaften. ABUS behauptete immer eine knappe Führung bis zum 18:17, dann schlugen Ronny Matthey 2 Mal und Oliver Albergt zu und der Abstand vergrößerte sich auf 4 Tore. Ärgerlich sicher für die Zuschauer, das weder Zeit noch Spielstand von der Tribüne aus ersichtlich waren, somit wurde vom Kampfgericht öfters ein Zwischenstand ins Publikum gerufen.

Mit dem 24:20 gelang Spielmacher Christian Saack letztmals eine 4 Tore Führung in der 54. Spielminute, anschließend, bei der folgenden Abwehraktion fand sich Saack mit einer Zeitstrafe auf der Auswechselbank  wieder. In Unterzahl versuchten die restlichen Spieler den Vorsprung zu verteidigen, doch Kühnau sollte noch einmal auf 2 Tore heran kommen. Auf der ABUS Bank herrschte leichte Nervosität als der Vorsprung vor sich hin schmolz, nicht so auf dem Parkett, da hatte ABUS ja mit Matthey und Trefzger 2 hervorragende Schützen die in dieser spannenden Schlussphase die Nerven behielten.

Am Ende steht ein hart erkämpfter Sieg an dem jeder ABUS Spieler seinen Anteil hatte. Und der 27:24 Sieg gegen die SG Kühnau hat auch Auswirkungen auf die Tabelle. Nach mehr als 3 Jahren klettert die SG ABUS Dessau auf den Spitzenplatz der Handball Anhaltliga. Eine nette neben Erscheinung die die Spieler nach dem Derbysieg ruhig genießen dürfen.

Maik Schulze, Marco Droth, Thomas Fräßdorf; Samuel Trefzger 6, Ronny Matthey 8, Oliver Albergt  5, Maik Engelbrecht, Matthias Goth , Christian Saack 3, Dennis Franz 3, Marcel Delor , Stephan Schwebs 2, Enrico Saack